Weit draußen an Cornwalls windiger Küste, verborgen zwischen alten Steinmauern und dichten Hecken, liegt ein Herrenhaus, dessen Geschichte so alt ist wie die Familie Travers selbst. Artemis Fenwick, geborene Travers, hat dieses Haus behalten dürfen, als stilles Schweigegeld, damit sie die Geheimnisse ihrer Familie nicht ans Licht bringt und die letzten Verbindungen zu ihnen kappt, um die stolze Reinblut-Familie nicht länger in Verlegenheit zu bringen.
Offiziell lebt sie hier mit ihrem Ehemann Benjy, einem muggelstämmigen, unauffälligen Mann, der als Künstler in der magischen Welt bekannt ist. Doch das ist tatsächlich nur die halbe Wahrheit: Eigentlich teilt Artemis ihr Heim mit ihrer Partnerin Caitriona und mit all jenen, die diesen Ort brauchen. Dabei öffnen die beiden ihre Tore vor allem queeren Mädchen und Frauen, die der Gesellschaft entkommen wollen, die sie in eine Schublade stecken möchte - mal für einen Nachmittag, mal für längere Zeit. Offiziell heißt es, man treffe sich hier für den "Buchclub" einer kultivierten Reinblüterin. In Wahrheit haben Artemis und Caitriona einen sicheren Raum für Gleichgesinnte geschaffen, der ihnen ermöglicht, so sein zu dürfen, wie sie sein wollen.
Die schweren Flügeltüren öffnen sich immer wieder für all jene, die sich austauschen oder einfach in einer Ecke des alten Anwesens zusammensitzen wollen. Meist mit einer Tasse Tee, den Füßen unter einer Katze vergraben, während das Meeresrauschen durch die alten Fenster dringt. Manche ziehen sich auch zu zweit in eines der oberen Zimmer zurück. Zwischen knarrenden Böden und hohen Decken, dürfen sie hier eine Nähe teilen, die in der Gesellschaft noch immer verpönt wird und zu Verstoßung aus Familien und Stammbäumen führen kann. Ja, manchmal finden auch Mädchen oder Frauen, die nach einem Outing plötzlich allein dastehen, in diesem Haus für eine Weile ein Dach über dem Kopf. Das Anwesen an der Küste Cornwalls ist nicht nur Treffpunkt, sondern auch Unterschlupf gleichermaßen.
Die Travers-Werwolfsarena
Die Arena befindet sich auf einem mehrere Hektar großen Stück Land Östlich von Altnabreac (Schottland), das seit Generationen im Besitz der Familie ist. Mit hohen gesicherten Mauern ist es fast unmöglich, aus der Arena zu fliehen. Die Arena erinnert in ihrem Aufbau an das Kolosseum in Rom, wenn auch maßgeblich kleiner und für eine kleinere Zuschauermenge gedacht. Seit dem damaligen Bau wurden hier keine größeren Veränderungen vorgenommen, was man auch deutlich erkennt. Zum Teil hat sich die Natur bestimmte Bereiche bereits zurückgeholt; das Dach der Ränge ist mit Efeu überzogen, die aber nach unten hin gehend gekürzt werden, um den Werwölfen keine potenziellen Fluchtmöglichkeiten zu liefern. Die Steinflächen sind moosbewachsen und im Laufe der Jahre ist das steinerne Gebilde der Arena durch das raue schottische Wetter stark angegriffen, aber in ihrer Funktion weiterhin intakt, was eine jährliche Inspektion bestätigt. Unter dem Areal befinden sich Zellen, in die gefährliche, straffällige und/oder auffällige Werwölfe durchgehend eingesperrt werden.
Es werden unter anderem Hetzjagden auf Werwölfe durch die Familie Travers angeboten, wobei sie Personal zur Sicherheit stellen, dabei werden gefährliche Werwölfe liquidiert. Aber es gibt auch Werwolf-Kämpfe innerhalb der Arena, die zum Zweck der Unterhaltung der magischen Gesellschaft abgehalten werden, damit die Zellen regelmäßig geräumt werden.
Das Tal ohne Wiederkehr
Tief im Herzen der schottischen Highlands, verborgen zwischen uralten Nadelbäumen, liegt ein verlassenes Zaubererdorf. Einst war es ebenso bekannt wie Hogsmeade, doch heute erinnern sich nur noch Gelehrte und Historiker an diesen geschichtsträchtigen Ort. Hier soll Morgana einst von Merlin ausgebildet worden sein, weshalb die Landschaft bis heute von uralter Magie durchdrungen ist. Sie ist tief in das Dorf und den umliegenden Wald eingesickert und verleiht dem Tal eine unheimliche Aura. Was einst eine viel besuchte Pilgerstätte war, gilt inzwischen als verflucht – ein Ort, den kaum noch jemand freiwillig betritt.
Die gewaltigen Mengen alter Magie machen es Hexen und Zaubernden unmöglich, innerhalb des Dorfes zu disapparieren. Der Ort selbst bildet eine natürliche Barriere, die jede Flucht verhindert. Erst wer tief genug in den umliegenden Wald vordringt, kann sich diesem Bann entziehen. Bis heute ist unklar, wer einen derart mächtigen Zauber gewirkt haben könnte. Gerade deshalb trägt dieser vergessene Flecken den Namen Tal ohne Wiederkehr. Doch nicht allein die uralte Magie macht ihn so gefürchtet. In den finsteren Tiefen des Nadelwaldes lauern Wesen und Geheimnisse, die weitaus gefährlicher sind als jeder Fluch.
Das Dorf selbst besteht heute nur noch aus den Überresten verwitterter Häuser und einem verlassenen Dorfplatz, in dessen Mitte ein großer, von Moos überwucherter Brunnen emporragt. Die Natur hat sich diesen einst belebten Ort erbarmungslos zurückerobert und nur zwei schmale Wege führen noch hinein und wieder hinaus.
Anhand der verfallenen Gebäude lässt sich erahnen, welche Bedeutung das Dorf einst für Hexen und Zaubernde gehabt haben muss. Dennoch wirkt alles, als hätten seine Bewohner den Ort überstürzt verlassen. In den Häusern liegen noch immer persönliche Habseligkeiten, als wären sie in aller Eile zurückgelassen worden. Weshalb das Dorf aufgegeben wurde, ist bis heute ungeklärt und zählt zu den größten Rätseln, die diesen vergessenen Ort umgeben.