Womöglich wäre Glyphenmagie ein treffenderer Begriff, um diese Art des Magiezweiges zu benennen. Denn diese urtümliche Art der Wirkung von Zaubern lässt sich in zwei verschiedene symbolische Darstellungen unterteilen: Sigillen und Runen.
Das Hogwarts Schulfach Alte Runen befasst sich primär mit Runen, wie der Name schon verrät. Der Fokus liegt hierbei im theoretischen Aspekt, während der praktische erst im siebten Schuljahr in seinen Grundzügen behandelt wird. Wirkliche Beherrschung dieses Magiezweigs ist nur durch detaillierte Studien, einem tiefergehenden Verständnis für den magische Fluss als auch Übungen zu erreichen.
Das Zeichnen von Runen und Sigillen ist auf unterschiedlichste Weise möglich. Ob nun gemeißelt in Stein, gezeichnet mit Kreide auf dem Boden, geritzt in Holz, tätowiert auf Haut oder gemalt mit Blut (siehe Blutmagie) – die Möglichkeiten dessen sind, wie auch die Wirkungsweisen, vielfältig und hängen vor allem von der Fähigkeit des Zaubernden ab, damit diese Form der Magie richtig angewendet wird.
Runen
Hierbei handelt es sich um Symbole bzw. vielmehr einem Alphabet, dem sogenannten (Elder) Futhark, stammend aus der altgermanischen Sprache. Der Begriff leitet sich übersetzt in „Geheimnis“, „Geflüster“ oder „verborgenes Wissen“ ab. Jede Rune steht nicht nur für einzelne Buchstaben, sondern hat auch eine eigene Symbolkraft. Abhängig von der gewünschten Wirkung können beispielsweise Namen oder Begriffe niedergeschrieben werden - und dementsprechen sogar ganze Zauberformeln. Natürlich kann man auch ausschließlich mit den einzelnen Symbolkräften arbeiten, indem man die Runen einzeln oder in komplexen Binderunen verwendet.
Die gewünschte Zauber lassen sich in den Runen fest verankern und werden somit, dem Begriff entsprechend, darin verborgen. Freigesetzt werden kann die Magie auf unterschiedliche Weise, sei es durch das Sprechen eines Zaubers, einer Berührung oder durch energetische Naturereignisse.
Sigillen
Je nach Sprachherkunft lässt sich der Begriff in „kleines Zeichen“ oder „Siegel“ übersetzen.
Im Gegensatz zu Runen gibt es bei Sigillen keine streng vorgegebene Darstellung. Vorwiegend wird bei diesen Zeichnungen mit geometrisch Formen gearbeitet, die von einfachen Glyphen über detaillierte Muster bis hin zu aufwendigen Kreisen ein großes Spektrum an Möglichkeiten bietet und dementsprechend nur für sehr fähige Runenmagier:innen geeignet ist.
Strömungen von Magie spielen hierbei eine wesentliche Rolle, wodurch, ähnlich wie beim Sprechen eines Zaubers und Bewegen eines Zauberstabs, allein durch das Führen der Linien und Setzen von Punkten bereits die Magie entsteht. Eine Unterbrechung darf daher nicht passieren, da dadurch das Risiko steigt, einen falschen oder unvollständigen Zauber zu wirken. Komplexe Sigillen sollten daher nur von jenen angewendet werden, die diesen Magiezweig perfekt beherrschen.
Durch ihre engere Verwebung mit der Magie sind Sigillen langlebiger und kraftvoller als Runen, weswegen sie beispielsweise besonders geeignet sind für Rituale oder der Herstellung von magischen Artefakten. Nicht wenige Zaubernde entdecken daher auch auf ihren eigenen Zauberstäben ebenfalls solch eingeritzte Symbole.